Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by gestaltist » Fri 01 May 2015, 12:51

Neuer Text. Legt los. :)
Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und sprach: "Seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stunde mehr. Die Stiefmutter schlägt uns alle Tage, und wenn wir zu ihr kommen, stößt sie uns mit den Füßen fort. Die harten Brotkrusten, die übrig bleiben, sind unsere Speise, und dem Hündlein unter dem Tisch geht's besser, dem wirft sie doch manchmal einen guten Bissen zu. Daß Gott erbarm! Wenn das unsere Mutter wüßte! Komm, wir wollen miteinander in die weite Welt gehen!" Sie gingen den ganzen Tag über Wiesen, Felder und Steine, und wenn es regnete, sprach das Schwesterchen: "Gott und unsere Herzen, die weinen zusammen!" Abends kamen sie in einen großen Wald und waren so müde von Jammer, Hunger und dem langen Weg, daß sie sich in einen hohlen Baum setzten und einschliefen.

Am anderen Morgen, als sie aufwachten, stand die Sonne schon hoch am Himmel und schien heiß in den Baum hinein. Da sprach das Brüderchen: "Schwesterchen, mich dürstet, wenn ich ein Brünnlein wüßte, ich ging und tränk einmal; ich mein, ich hört eins rauschen." Brüderchen stand auf, nahm Schwesterchen an der Hand, und sie wollten das Brünnlein suchen. Die böse Stiefmutter aber war eine Hexe und hatte wohl gesehen, wie die beiden Kinder fortgegangen waren, war ihnen nachgeschlichen, heimlich, wie die Hexen schleichen, und hatte alle Brunnen im Walde verwünscht. Als sie nun ein Brünnlein fanden, daß so glitzerig über die Steine sprang, wollte das Brüderchen daraus trinken. Aber das Schwesterchen hörte, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Tiger, wer aus mir trinkt, wird ein Tiger." - Da rief das Schwesterchen: "Ich bitte dich, Brüderlein, trink nicht, sonst wirst du ein wildes Tier und zerreißest mich!" Das Brüderchen trank nicht, ob es gleich so großen Durst hatte, und sprach: "Ich will warten, bis zur nächsten Quelle." Als sie zum zweiten Brünnlein kamen, hörte das Schwesterchen, wie auch dieses sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Wolf, wer aus mir trinkt, wird ein Wolf." Da rief das Schwesterchen: "Brüderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Wolf und frissest mich!" - Das Brüderchen trank nicht und sprach: "Ich will warten, bis wir zur nächsten Quelle kommen, aber dann muß ich trinken, du magst sagen, was du willst, mein Durst ist gar zu groß." Und als sie zum dritten Brünnlein kamen, hörte das Schwesterlein, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh; wer aus mir trinkt, wird ein Reh." Das Schwesterchen sprach: "Ach Brüderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Reh und läufst mir fort." Aber das Brüderchen hatte sich gleich beim Brünnlein niedergekniet, hinabgebeugt und von dem Wasser getrunken und wie die ersten Tropfen auf seine Lippen gekommen waren, lag es da als ein Rehkälbchen.
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by Runomso » Mon 04 May 2015, 18:41

Akkusativ endet auf -ähä.
Brüderchen nahm sein Schwesterchenähä an der Hand und sprach: "Seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stundeähä mehr. Die Stiefmutter schlägt uns alle Tage, und wenn wir zu ihr kommen, stößt sie uns mit den Füßen fort. Die harten Brotkrusten, die übrig bleiben, sind unsere Speise, und dem Hündlein unter dem Tisch geht's besser, dem wirft sie doch manchmal einen guten Bissenähä zu. Daß Gott erbarm! Wenn das unsere Mutter wüßte! Komm, wir wollen miteinander in die weite Welt gehen!" Sie gingen den ganzen Tag über Wiesenähä, Felderähä und Steineähä, und wenn es regnete, sprach das Schwesterchen: "Gott und unsere Herzen, die weinen zusammen!" Abends kamen sie in einen großen Waldähä und waren so müde von Jammer, Hunger und dem langen Weg, daß sie sich in einen hohlen Baumähä setzten und einschliefen.

Am anderen Morgen, als sie aufwachten, stand die Sonne schon hoch am Himmel und schien heiß in den Baumähä hinein. Da sprach das Brüderchen: "Schwesterchen, mich dürstet, wenn ich ein Brünnleinähä wüßte, ich ging und tränk einmal; ich mein, ich hört eins rauschen." Brüderchen stand auf, nahm Schwesterchenähä an der Hand, und sie wollten das Brünnleinähä suchen. Die böse Stiefmutter aber war eine Hexe und hatte wohl gesehen, wie die beiden Kinder fortgegangen waren, war ihnen nachgeschlichen, heimlich, wie die Hexen schleichen, und hatte alle Brunnenähä im Walde verwünscht. Als sie nun ein Brünnleinähä fanden, daß so glitzerig über die Steineähä sprang, wollte das Brüderchen daraus trinken. Aber das Schwesterchen hörte, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Tiger, wer aus mir trinkt, wird ein Tiger." - Da rief das Schwesterchen: "Ich bitte dich, Brüderlein, trink nicht, sonst wirst du ein wildes Tier und zerreißest mich!" Das Brüderchen trank nicht, ob es gleich so großen Durstähä hatte, und sprach: "Ich will warten, bis zur nächsten Quelle." Als sie zum zweiten Brünnlein kamen, hörte das Schwesterchen, wie auch dieses sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Wolf, wer aus mir trinkt, wird ein Wolf." Da rief das Schwesterchen: "Brüderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Wolf und frissest mich!" - Das Brüderchen trank nicht und sprach: "Ich will warten, bis wir zur nächsten Quelle kommen, aber dann muß ich trinken, du magst sagen, was du willst, mein Durst ist gar zu groß." Und als sie zum dritten Brünnlein kamen, hörte das Schwesterlein, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh; wer aus mir trinkt, wird ein Reh." Das Schwesterchen sprach: "Ach Brüderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Reh und läufst mir fort." Aber das Brüderchen hatte sich gleich beim Brünnlein niedergekniet, hinabgebeugt und von dem Wasser getrunken und wie die ersten Tropfen auf seine Lippen gekommen waren, lag es da als ein Rehkälbchen.
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by shimobaatar » Wed 06 May 2015, 22:26

Illuminatus wrote:
Spoiler:
Entschuldige bitte, dass ich erst so spät antworte. ^^

Du musst wissen, dass Deutsche kleine Wörtchen, die nur wenig Bedeutung haben, in ihren Sätzen - zumindest in gesprochener Sprache - lieben. Deswegen würde ein Deutscher gerne ein "so" in diese Sätze einfügen. Es sagt dann so etwas aus wie "Ich bin mir nicht sicher, ob das in der Art und Weise, wie ich es geschrieben habe, richtig ist." Es bezieht sich in dem Fall also auf den genauen Wortlaut der Aussage davor. Ich weiß nicht, ob das so vorständlich für dich ist, wenn nicht, dann frag einfach nochmal nach. Es funktioniert eigentlich ähnlich wie "that way" im Englischen, nur dass man es im Deutschen häufiger benutzt.

Bei dem "mir" bin ich mir nicht ganz sicher, ob man es überhaupt auslassen kann. Eigentlich heißt das Verb "to be sure [of sth.]" im Deutschen "sich (+ Dat) [einer Sache] sicher sein", also eigentlich sollte man das "mir" schon benutzen - zumindest tue ich es eigentlich immer. Ich höre und sehe aber oft Sätze, wo es fehlt, deswegen geht vermutlich auch beides. So oder so würdest du aber auf jeden Fall verstanden werden. ^^
Spoiler:
Keine Sorgen über der Zeit! [:D]

Ich könnte einige Fragen haben, aber zuerst, was bedeutet genau "vorständlich"?

Vielen Dank für deine Antwort!

Neue Regel: Statt der Buchstaben <ä ü ö ß>, schreibt man jetzt <æ y œ ss>.
Bryderchen nahm sein Schwesterchenæhæ an der Hand und sprach: "Seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stundeæhæ mehr. Die Stiefmutter schlægt uns alle Tage, und wenn wir zu ihr kommen, stœsst sie uns mit den Fyssen fort. Die harten Brotkrusten, die ybrig bleiben, sind unsere Speise, und dem Hyndlein unter dem Tisch geht's besser, dem wirft sie doch manchmal einen guten Bissenæhæ zu. Dass Gott erbarm! Wenn das unsere Mutter wysste! Komm, wir wollen miteinander in die weite Welt gehen!" Sie gingen den ganzen Tag yber Wiesenæhæ, Felderæhæ und Steineæhæ, und wenn es regnete, sprach das Schwesterchen: "Gott und unsere Herzen, die weinen zusammen!" Abends kamen sie in einen grossen Waldæhæ und waren so myde von Jammer, Hunger und dem langen Weg, dass sie sich in einen hohlen Baumæhæ setzten und einschliefen.

Am anderen Morgen, als sie aufwachten, stand die Sonne schon hoch am Himmel und schien heiss in den Baumæhæ hinein. Da sprach das Bryderchen: "Schwesterchen, mich dyrstet, wenn ich ein Brynnleinæhæ wysste, ich ging und trænk einmal; ich mein, ich hœrt eins rauschen." Bryderchen stand auf, nahm Schwesterchenæhæ an der Hand, und sie wollten das Brynnleinæhæ suchen. Die bœse Stiefmutter aber war eine Hexe und hatte wohl gesehen, wie die beiden Kinder fortgegangen waren, war ihnen nachgeschlichen, heimlich, wie die Hexen schleichen, und hatte alle Brunnenæhæ im Walde verwynscht. Als sie nun ein Brynnleinæhæ fanden, dass so glitzerig yber die Steineæhæ sprang, wollte das Bryderchen daraus trinken. Aber das Schwesterchen hœrte, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Tiger, wer aus mir trinkt, wird ein Tiger." - Da rief das Schwesterchen: "Ich bitte dich, Bryderlein, trink nicht, sonst wirst du ein wildes Tier und zerreissest mich!" Das Bryderchen trank nicht, ob es gleich so grossen Durstæhæ hatte, und sprach: "Ich will warten, bis zur næchsten Quelle." Als sie zum zweiten Brynnlein kamen, hœrte das Schwesterchen, wie auch dieses sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Wolf, wer aus mir trinkt, wird ein Wolf." Da rief das Schwesterchen: "Bryderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Wolf und frissest mich!" - Das Bryderchen trank nicht und sprach: "Ich will warten, bis wir zur næchsten Quelle kommen, aber dann muss ich trinken, du magst sagen, was du willst, mein Durst ist gar zu gross." Und als sie zum dritten Brynnlein kamen, hœrte das Schwesterlein, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh; wer aus mir trinkt, wird ein Reh." Das Schwesterchen sprach: "Ach Bryderchen, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Reh und læufst mir fort." Aber das Bryderchen hatte sich gleich beim Brynnlein niedergekniet, hinabgebeugt und von dem Wasser getrunken und wie die ersten Tropfen auf seine Lippen gekommen waren, lag es da als ein Rehkælbchen.
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by Illuminatus » Fri 08 May 2015, 23:28

Spoiler:
shimobaatar wrote:Keine Sorgen über der Zeit!

Ich könnte einige Fragen haben, aber zuerst, was bedeutet genau "vorständlich"?

Vielen Dank für deine Antwort!
Da habe ich mich wohl verschrieben, tut mir Leid. Ich meinte "verständlich". Momentan vertausche ich auf der Tastatur häufiger mal e und o, ich habe keine Ahnung, warum. :(
Neue Regel 1: Substantive erhalten nun eine eigene Vokativform, welche durch ein Infix -n(i)- hinter dem Vokal der ersten Silbe, sowie dem Suffix -(a)t gebildet wird. Zudem wird die Partikel "ai-" vor den Vokativformen benutzt.

Neue Regel 2: Substantive erhalten nun eine eigene Instrumentalform, welche durch ein Infix -l(i)- hinter dem Vokal der ersten Silbe, sowie dem Suffix -(a)k- gebildet wird. Der Instrumental ersetzt adverbiale Bestimmungen mit "mit" und steht zudem nach den Präpositionen "an", "in" (als Ortsangabe), "aus", "bei" und "von". Die genutzten Artikel und Pronomina entsprechen denen des Akkusativs.
Bryderchen nahm sein Schwesterchenæhæ an die Halindak und sprach: "Seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stundeæhæ mehr. Die Stiefmutter schlægt uns alle Tage, und wenn wir zu ihr kommen, stœsst sie uns die Fylissenk fort. Die harten Brotkrusten, die ybrig bleiben, sind unsere Speise, und dem Hyndlein unter dem Tisch geht's besser, dem wirft sie doch manchmal einen guten Bissenæhæ zu. Dass Gott erbarm! Wenn das unsere Mutter wysste! Komm, wir wollen miteinander in die weite Weltæhæ gehen!" Sie gingen den ganzen Tag yber Wiesenæhæ, Felderæhæ und Steineæhæ, und wenn es regnete, sprach das Schwesterchen: "Gott und unsere Herzen, die weinen zusammen!" Abends kamen sie in einen grossen Waldæhæ und waren so myde von Jalimmerk, Hulingerk und den langen Welgak, dass sie sich in einen hohlen Baumæhæ setzten und einschliefen.

Am anderen Morgen, als sie aufwachten, stand die Sonne schon hoch am Himmel und schien heiss in den Baumæhæ hinein. Da sprach das Bryderchen: "Ai-Schwensterchent, mich dyrstet, wenn ich ein Brynnleinæhæ wysste, ich ging und trænk einmal; ich mein, ich hœrt eins rauschen." Bryderchen stand auf, nahm Schwesterchenæhæ an die Halindak, und sie wollten das Brynnleinæhæ suchen. Die bœse Stiefmutter aber war eine Hexe und hatte wohl gesehen, wie die beiden Kinder fortgegangen waren, war ihnen nachgeschlichen, heimlich, wie die Hexen schleichen, und hatte alle Brunnenæhæ in den Walldak verwynscht. Als sie nun ein Brynnleinæhæ fanden, dass so glitzerig yber die Steineæhæ sprang, wollte das Bryderchen daraus trinken. Aber das Schwesterchen hœrte, wie es im Rauschen sprach: "Wer aus mich trinkt, wird ein Tiger, wer aus mich trinkt, wird ein Tiger." - Da rief das Schwesterchen: "Ich bitte dich, Ai-Brynderleint, trink nicht, sonst wirst du ein wildes Tier und zerreissest mich!" Das Bryderchen trank nicht, ob es gleich so grossen Durstæhæ hatte, und sprach: "Ich will warten, bis zur næchsten Quelle." Als sie zum zweiten Brynnlein kamen, hœrte das Schwesterchen, wie auch dieses sprach: "Wer aus mich trinkt, wird ein Wolf, wer aus mich trinkt, wird ein Wolf." Da rief das Schwesterchen: "Ai-Brynderchent, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Wolf und frissest mich!" - Das Bryderchen trank nicht und sprach: "Ich will warten, bis wir zur næchsten Quelle kommen, aber dann muss ich trinken, du magst sagen, was du willst, mein Durst ist gar zu gross." Und als sie zum dritten Brynnlein kamen, hœrte das Schwesterlein, wie es in das Raulschenk sprach: "Wer aus mich trinkt, wird ein Reh; wer aus mich trinkt, wird ein Reh." Das Schwesterchen sprach: "Ach ai-Brynderchent, ich bitte dich, trink nicht, sonst wirst du ein Reh und læufst mir fort." Aber das Bryderchen hatte sich gleich bei das Brylinnleink niedergekniet, hinabgebeugt und von das Walisserk getrunken und wie die ersten Tropfen auf seine Lippenæhæ gekommen waren, lag es da als ein Rehkælbchen.
:deu:
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by shimobaatar » Tue 12 May 2015, 01:40

Spoiler:
Illuminatus wrote:Da habe ich mich wohl verschrieben, tut mir Leid. Ich meinte "verständlich". Momentan vertausche ich auf der Tastatur häufiger mal e und o, ich habe keine Ahnung, warum. :(
Ah, kein Problem. Ich sollte dich verstehen haben.

Ich glaube, dass alles jetzt verständlich für mich ist! Vielen Dank wie immer für deine Hilfe! [:D]
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by Runomso » Sun 21 Jun 2015, 13:51

1. Das konsonantische ɐ, das ja als <r> geschrieben wird, wird jetzt als <a> geschrieben
2. Alle Plosive vor einem Gleitlaut werden jetzt stimmlos
3. Alle definiten Artikel werden zu "das" (in allen Kasus und Numeri). Präpositionen wie "am" oder "im" werden zu "an das" bzw. "in das"
Prydeachen nahm sein Schwesteachenæhæ an das Halindak und sprach: "Seit das Muttea tot ist, haben wia keine gute Stundeæhæ meha. Das Stiefmutter schlægt uns alle Tage, und wenn wia zu iha kommen, stœsst sie uns das Fylissenk foat. Das haaten Protkrusten, das yprig bleiben, sind unsere Speise, und das Hyndlein unter das Tisch geht's bessea, das wiaft sie doch manchmal einen guten Bissenæhæ zu. Dass Gott eabaam! Wenn das unsere Mutter wysste! Komm, wia wollen miteinander in das weite Weltæhæ gehen!" Sie gingen das ganzen Tag ybea Wiesenæhæ, Feldeaæhæ und Steineæhæ, und wenn es regnete, sprach das Schwesteachen: "Gott und unsere Heazen, das weinen zusammen!" Abends kamen sie in einen krossen Waldæhæ und waren so myde von Jalimmeak, Hulingeak und das langen Welgak, dass sie sich in einen hohlen Baumæhæ setzten und einschliefen.

Am anderen Moagen, als sie aufwachten, stand das Sonne schon hoch an das Himmel und schien heiss in das Baumæhæ hinein. Da sprach das Prydeachen: "Ai-Schwensteachent, mich dyastet, wenn ich ein Prynnleinæhæ wysste, ich ging und trænk einmal; ich mein, ich hœat eins rauschen." Prydeachen stand auf, nahm Schwesteachenæhæ an das Halindak, und sie wollten das Prynnleinæhæ suchen. Die bœse Stiefmuttea abea waa eine Hexe und hatte wohl gesehen, wie das beiden Kindea foatgegangen waren, waa ihnen nachgeschlichen, heimlich, wie das Hexen schleichen, und hatte alle Prunnenæhæ in das Walldak veawynscht. Als sie nun ein Prynnleinæhæ fanden, das so glitzerig ybea die Steineæhæ sprang, wollte das Prydeachen daraus trinken. Aber das Schwesteachen hœate, wie es in das Rauschen sprach: "Wea aus mich trinkt, wiad ein Tigea, wea aus mich trinkt, wiad ein Tigea." - Da rief das Schwesteachen: "Ich bitte dich, Ai-Pryndealeint, trink nicht, sonst wiast du ein wildes Tiea und zeareissest mich!" Das Prydeachen trank nicht, ob es gleich so krossen Duastæhæ hatte, und sprach: "Ich will waaten, bis zu das næchsten Quelle." Als sie zu das zweiten Prynnlein kamen, hœate das Schwesteachen, wie auch dieses sprach: "Wea aus mich trinkt, wiad ein Wolf, wea aus mich trinkt, wiad ein Wolf." Da rief das Schwesteachen: "Ai-Pryndeachent, ich bitte dich, trink nicht, sonst wiast du ein Wolf und frissest mich!" - Das Prydeachen trank nicht und sprach: "Ich will waaten, bis wia zu das næchsten Quelle kommen, abea dann muss ich trinken, du magst sagen, was du willst, mein Duast ist gaa zu kross." Und als sie zu das dritten Prynnlein kamen, hœate das Schwestealein, wie es in das Raulschenk sprach: "Wea aus mich trinkt, wiad ein Reh; wea aus mich trinkt, wiad ein Reh." Das Schwesteachen sprach: "Ach ai-Pryndeachent, ich bitte dich, trink nicht, sonst wiast du ein Reh und læufst mia foat." Abea das Prydeachen hatte sich gleich bei das Prylinnleink niedeagekniet, hinabgebeugt und von das Walisseak getrunken und wie die ersten Tropfen auf seine Lippenæhæ gekommen waren, lag es da als ein Rehkælbchen.
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by shimobaatar » Sun 28 Jun 2015, 22:11

(Ich will Änderungen außer phonologischen und orthographischen Änderungen machen, aber ich bin kein Muttersprachler, und dieser Text ist ziemlich lang. [:$] Will irgendjemand anderes diesen Text auch verkürzen?)

Neue Regel: <qu x sch ch tz z> → <q ks š x cc c>
Prydeaxen nahm sein Šwesteaxenæhæ an das Halindak und sprax: "Seit das Muttea tot ist, haben wia keine gute Stundeæhæ meha. Das Stiefmutter šlægt uns alle Tage, und wenn wia cu iha kommen, stœsst sie uns das Fylissenk foat. Das haaten Protkrusten, das yprig bleiben, sind unsere Speise, und das Hyndlein unter das Tiš geht's bessea, das wiaft sie dox manxmal einen guten Bissenæhæ cu. Dass Gott eabaam! Wenn das unsere Mutter wysste! Komm, wia wollen miteinander in das weite Weltæhæ gehen!" Sie gingen das gancen Tag ybea Wiesenæhæ, Feldeaæhæ und Steineæhæ, und wenn es regnete, sprax das Šwesteaxen: "Gott und unsere Heacen, das weinen cusammen!" Abends kamen sie in einen krossen Waldæhæ und waren so myde von Jalimmeak, Hulingeak und das langen Welgak, dass sie six in einen hohlen Baumæhæ seccten und einšliefen.

Am anderen Moagen, als sie aufwaxten, stand das Sonne šon hox an das Himmel und šien heiss in das Baumæhæ hinein. Da sprax das Prydeaxen: "Ai-Šwensteaxent, mix dyastet, wenn ix ein Prynnleinæhæ wysste, ix ging und trænk einmal; ix mein, ix hœat eins raušen." Prydeaxen stand auf, nahm Šwesteaxenæhæ an das Halindak, und sie wollten das Prynnleinæhæ suxen. Die bœse Stiefmuttea abea waa eine Hekse und hatte wohl gesehen, wie das beiden Kindea foatgegangen waren, waa ihnen naxgešlixen, heimlix, wie das Heksen šleixen, und hatte alle Prunnenæhæ in das Walldak veawynšt. Als sie nun ein Prynnleinæhæ fanden, das so gliccerig ybea die Steineæhæ sprang, wollte das Prydeaxen daraus trinken. Aber das Šwesteaxen hœate, wie es in das Raušen sprax: "Wea aus mix trinkt, wiad ein Tigea, wea aus mix trinkt, wiad ein Tigea." - Da rief das Šwesteaxen: "Ix bitte dix, Ai-Pryndealeint, trink nixt, sonst wiast du ein wildes Tiea und ceareissest mix!" Das Prydeaxen trank nixt, ob es gleix so krossen Duastæhæ hatte, und sprax: "Ix will waaten, bis cu das næxsten Qelle." Als sie cu das cweiten Prynnlein kamen, hœate das Šwesteaxen, wie aux dieses sprax: "Wea aus mix trinkt, wiad ein Wolf, wea aus mix trinkt, wiad ein Wolf." Da rief das Šwesteaxen: "Ai-Pryndeaxent, ix bitte dix, trink nixt, sonst wiast du ein Wolf und frissest mix!" - Das Prydeaxen trank nixt und sprax: "Ix will waaten, bis wia cu das næxsten Qelle kommen, abea dann muss ix trinken, du magst sagen, was du willst, mein Duast ist gaa cu kross." Und als sie cu das dritten Prynnlein kamen, hœate das Šwestealein, wie es in das Raulšenk sprax: "Wea aus mix trinkt, wiad ein Reh; wea aus mix trinkt, wiad ein Reh." Das Šwesteaxen sprax: "Ax ai-Pryndeaxent, ix bitte dix, trink nixt, sonst wiast du ein Reh und læufst mia foat." Abea das Prydeaxen hatte six gleix bei das Prylinnleink niedeagekniet, hinabgebeugt und von das Walisseak getrunken und wie die ersten Tropfen auf seine Lippenæhæ gekommen waren, lag es da als ein Rehkælbxen.
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Re: Spiel: Reformieren wir die Grammatik!

Post by Creyeditor » Tue 26 Apr 2016, 12:28

shimobaatar wrote:(Ich will Änderungen außer phonologischen und orthographischen Änderungen machen, aber ich bin kein Muttersprachler, und dieser Text ist ziemlich lang. [:$] Will irgendjemand anderes diesen Text auch verkürzen?)
Ja, lass uns mal den letzten Teil weglassen.

Neue Regel: Objektinkorporation! (nur für direkte Objekte einfach transitiver Verben, die entweder Pronomina oder einfache indefinite Nominalphrasen sind)
Prydeaxen nahm sein Šwesteaxenæhæ an das Halindak und sprax: "Seit das Muttea tot ist, haben wia keine gute Stundeæhæ meha. Das Stiefmutter unsšlægt alle Tage, und wenn wia cu iha kommen, unsstœsst sie das Fylissenk foat. Das haaten Protkrusten, das yprig bleiben, sind unsere Speise, und das Hyndlein unter das Tiš geht's bessea, das wiaft sie dox manxmal einen guten Bissenæhæ cu. Dass Gott eabaam! Wenn unsere Mutter daswysste! Komm, wia wollen miteinander in das weite Weltæhæ gehen!" Sie gingen das gancen Tag ybea Wiesenæhæ, Feldeaæhæ und Steineæhæ, und wenn es regnete, sprax das Šwesteaxen: "Gott und unsere Heacen, das weinen cusammen!" Abends kamen sie in einen krossen Waldæhæ und waren so myde von Jalimmeak, Hulingeak und das langen Welgak, dass sie six in einen hohlen Baumæhæ seccten und einšliefen.
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