Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprache

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Adarain
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Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprache

Post by Adarain » Sun 23 Aug 2015, 18:05

Nach recht langer Arbeit bin ich endlich so weit, meine Maturaarbeit (Matura = Abitur in der Schweiz) hier vorzustellen. In einem Monat muss ich sie abgeben, es würde mir immens helfen, wenn einige von euch das Dokument durchlesen und Fehler, Unstimmigkeiten oder auch Kritiken geben und zeigen könntet. Ihr könnt die aktuelle Version der PDF hier finden:

https://github.com/Adarain/Maturaarbeit ... arbeit.pdf
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Iyionaku » Sun 23 Aug 2015, 22:46

Ich bin grad auf Seite 2, und eins ist mir schon aufgefallen:
Dein Text wird auf mich sehr kompetent und schlüssig. Allein: Ich besitze mittlerweile ein doch recht großes Fachwissen in Sprachwissenschaft. Würde ich da nicht so viel Ahnung haben und gleich auf den ersten Seiten Begriffe wie Aspiration oder Phonemreihen um die Ohren geknallt bekommen, würde ich recht schnell abschalten... ich merk das immer wieder wenn ich versuch Freunden was Sprachwissenschaftliches zu erklären [:)]
Also auf einen Punkt gebracht: Du setzt zu viel voraus.

Vielleicht verlange ich auch mehr als von euch verlangt wird (dadurch, dass ich seit einem Jahr studier und mittlerweile gelernt hab, dass man da wirklich alles vorher definieren muss). Aber du solltest zumindest jeden Begriff entweder bei der ersten Erwähnung kurz in Klammern erklären. Also z.B. Aspiration (Behauchung).

Sprachlich nehme ich mir nicht heraus, dich zu kritisieren, da ich kein Schweizer Hochdeutsch kann und mir fast nie sicher bin, ob man das bei euch so sagen kann auch wenn es bei uns nicht geht. Ein Beispiel: "regelmässig" wäre bei uns falsch geschrieben, aber im Schweizer Hochdeutsch stimmt es, soviel weiß ich. Aber wie ist es z.B. mit "da ich mir Fälle gewöhnt bin"? (Deutschland-Hochdeutsch wäre "da ich Fälle gewohnt bin"). Lauter so Sachen finde ich. Deswegen soll sich das lieber ein Schweizer anschauen :)

Wobei ich abgesehen von den Definitionen durchaus finde, dass du das alles doch recht verständlich und einleuchtend erklärst (bin aber auch wie gesagt erst auf Seite 2, ich les mal weiter :) )

EDIT: Ganz wichtig finde ich, dass du den Unterschied zwischen Phonen und Phonemen ausführlich erklärst, sonst hängst du Leser leider schnell ab :)

Mal so nebenbei, in welchem Fach darfst du bitte so eine Arbeit machen? :D (Wenn es natürlich Sprachwissenschaft ist, vergiss alles was ich gesagt hab [xD] )
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Adarain » Sun 23 Aug 2015, 23:31

Das mit dem Erklären ist eine gute Idee, muss mir mal überlegen (und mit meinem Lehrer besprechen), was ich noch genauer ausführen will (weiss gar nicht, was das Publikum sein soll, jetzt wo ich’s mir so überleg…).

Ich hab ein bisschen das Gefühl, dass die späteren Sektionen (inbes. Morphologie) recht chaotisch sind, habe aber keine Ahnung, wie ich es besser machen könnte.

Diese Arbeit ist unabhängig von Fächern. Man kann hier grundsätzlich eine Arbeit über etwas beliebiges schreiben, solange man einen Lehrer findet, der es einem bewertet (und man muss natürlich eine Arbeit schreiben). Meiner unterrichtet Deutsch, ist aber gelernter Linguist, nicht Germanist.
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Adarain » Tue 25 Aug 2015, 19:05

Konnte heute mit meinem Lehrer sprechen und die Frage des Erklärens von Fachbegriffen klären: Solange er es versteht, ist es gut. Die Arbeit muss für einen Laien nicht verständlich sein (der Vortrag über die Arbeit dagegen schon). Von dem her ist das kein Problem. Er hat mir mal alles angestrichen was ihm noch nicht passt, und jemand hat mir hier auch noch einige Fehler aufgezeigt, nächsten Montag besprech ich’s dann nochmals mit ihm. Abgabe ist am 11., ich bin zuversichtlich, dass es gut kommt :)
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Clio » Fri 28 Aug 2015, 04:29

Ich spreche kein gutes Deutsch, aber ich habe deine Arbeit durchgelesen und habe den Groß­teil davon verstanden. Die scheint verständlich und gründlich, für eine Maturaarbeit. Deine Einleitung über die Indogermanischen Sprachen finde ich insbesondere gut geschrieben, und die Vergleiche, die du zwischen den germanischen Sprachen ziehst, sind sehr wertvoll. Ich habe nur eine Frage zum Thema des Passivs, und zwar, wie drückt man das Agens eines passiven Satzes aus? Vielleicht mit einem Wort wie "von" oder "by"? Oder hast du noch nicht darüber nachgedacht? Glückwunsch zur Abgabe!

(Wenn es keine Beleidigung ist, übersetze ich meinen Kommentar unter dem Spoiler-Tag.)
Spoiler:
I don't speak very good German, but I read through your work and understood most of it. It seems comprehensible and complete, for a Maturaarbeit. Your introduction about the Indo-European langauges is really well written, and the comparisons you make between the Germanic languages are really useful. I just have one question about the passive: how does one express the agent of a passive sentence? Perhaps with a word like "von" or "by"? Or have you not figured this out yet? Good luck with the defense!
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Adarain » Fri 28 Aug 2015, 06:24

Als ich den Abschnitt über den Passiv geschrieben habe, war ich zu müde, um darüber nachzudenken :P Ich hab's mir irgendwo aufgeschrieben, dass das noch rein muss :)
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Lambuzhao » Fri 28 Aug 2015, 20:12

Sehr interessant!
zwei Vorschläge für den Vergleich:

Tutonish - Elias Molee
https://en.wikipedia.org/wiki/Tutonish
https://sites.google.com/site/alteutonikradiogran/files

Folkspraak
https://en.wikipedia.org/wiki/Folkspraak

Sie wissen wahrscheinlich, der diese bereits. Dennoch sind sie erwähnenswert.

You prolly know of these already. Still they're worth mentioning.

[:D]
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Adarain » Fri 11 Sep 2015, 14:57

Das Projekt ist abgegeben. Die verlinkte PSF sollte aktualisiert sein. Danke für eure Hilfe :) Findet mir ja keine Fehler mehr!
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Egerius » Fri 11 Sep 2015, 15:15

Adarain wrote:Das Projekt ist abgegeben. Die verlinkte PSF sollte aktualisiert sein. Danke für eure Hilfe :) Findet mir ja keine Fehler mehr!
Ich hatte (damals, 2013) in meiner Mathe-Facharbeit zwei kleine Fehler (einer fußte auf der alten Deutschen Rechtschreibung von 1996), die aber der Note nicht geschadet haben. Keine Sorge!
Languages of Rodentèrra: Buonavallese, Saselvan Argemontese; Wīlandisċ Taulkeisch; More on the road.
Conlang embryo of TELES: Proto-Avesto-Umbric ~> Proto-Umbric
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Re: Meine Maturaarbeit: Konstruktion germanischer Hilfssprac

Post by Tanni » Tue 08 Dec 2015, 19:15

Egerius wrote:
Adarain wrote:Das Projekt ist abgegeben. Die verlinkte PSF sollte aktualisiert sein. Danke für eure Hilfe :) Findet mir ja keine Fehler mehr!
Ich hatte (damals, 2013) in meiner Mathe-Facharbeit zwei kleine Fehler (einer fußte auf der alten Deutschen Rechtschreibung von 1996), die aber der Note nicht geschadet haben. Keine Sorge!
Ich würde sowas nicht als ''Fehler'' ansehen. Kann etwas ein Fehler sein, was seit hundert und mehr Jahren von allen selbstverständlich praktiziert wird?

Die klassische Rechtschreibung ist neuer als die sog. Reformschreibung. Letztere macht einen Rückgriff auf Schreibungen, die sich nicht bewährt haben und u. U. seit weit über 100 Jahren obsolet sind. Von ''neuer'' Rechtschreibung als Bezeichnung für die Reformschreibung kann also keine Rede sein!

http://www.sprachforschung.org/
http://www.vrs-ev.de

Auf http://www.schriftdeutsch.de/. werden klassische und reformierte Schreibungen verglichen. Besonders entlarvend ist dieses Zitat (http://www.schriftdeutsch.de/orthogra.htm):
Reformziele: verkannt und vielfach verfehlt ...

4. Staatliche "Kompetenz"

Ein weiteres, vielleicht sogar das entscheidende Ziel der "Reform" kam nur durch Zufall an den Tag: Am 31. Januar 1998 gestand Karl Blüml, österreichisches Mitglied der Zwischenstaatlichen Kommission, in einem Interview mit der Zeitung Der Standard: "Das Ziel der Reform waren aber gar nicht die Neuerungen. Das Ziel war, die Rechtschreibregelung aus der Kompetenz eines deutschen Privatverlages in die staatliche Kompetenz zurückzuholen."
Gemeint war natürlich der Duden-Verlag. Das Verb zurückzuholen dokumentiert dabei den Glauben der Kommission, wem die "Kompetenz", die Rechtschreibung zu regeln, zusteht: nicht den Bürgern, sondern dem Staat. Ob dieses Reformziel dauerhaft erreicht ist, d. h. ob die Anmaßung einer Zuständigkeit für die deutsche Sprache Bestand hat, wird sich noch zeigen. "Kompetenz" im Sinne linguistischen Sachverstandes hat der Staat ohnehin nicht, da es immer die schlechtesten Wissenschaftler (falls überhaupt!) sind, die ihre Unabhängigkeit und damit die Wissenschaft schlechthin an ihn verkaufen.
Siehe auch: Theodor Ickler -- Wem gehört die deutsche Sprache?

Alle Internetplätze gegen die Rechtschreibreform, weitere Plätze für die deutsche Sprache.
My neurochemistry has fucked my impulse control, now I'm diagnosed OOD = oppositional opinion disorder, one of the most deadly diseases in totalitarian states, but can be cured in the free world.
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